IBK-Konferenz
Über Grenzen hinweg für den Schutz der Moore
Moore speichern Kohlenstoff, halten Wasser in der Landschaft zurück und bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Wie sich ihr Schutz mit einer wirtschaftlich tragfähigen Landwirtschaft verbinden lässt, war das Thema einer länderübergreifenden Fachexkursion der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) im Juli 2026.
„Die Herausforderungen beim Moorboden- und Gewässerschutz sind in der gesamten Bodenseeregion ähnlich. Deshalb ist es wichtig, Erfahrungen über Länder- und Ressortgrenzen hinweg auszutauschen“, betonte Dr. Michael Honisch, Bereichsleiter Landwirtschaft am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) und Mitglied der IBK-Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Umweltschutz.
Die IBK vernetzt Länder und Regionen rund um den Bodensee und vertritt gemeinsame Anliegen auch auf europäischer Ebene. Besonders die bayerischen Fördermöglichkeiten und die enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz stießen auf großes Interesse.
Landwirtschaft als wichtiger Partner
Behördenleiter Rainer Hoffmann betonte, dass Moorbodenschutz nur gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben gelingen könne. „Uns eint das Ziel, landwirtschaftliche Betriebe so weiterzuentwickeln, dass sie auch künftig Geld damit verdienen können.“ Landwirtschaft, Verwaltung und Naturschutz müssten sich als Partner verstehen.
Dabei gehe es nicht allein um den Klimaschutz. „Obwohl wir hier im grünen Allgäu sind, haben wir Wasserprobleme“, stellte Hoffmann fest. Entwässerte Böden, Starkregen und längere Trockenphasen stellten selbst diese niederschlagsreiche Region vor neue Herausforderungen.
Dabei gehe es nicht allein um den Klimaschutz. „Obwohl wir hier im grünen Allgäu sind, haben wir Wasserprobleme“, stellte Hoffmann fest. Entwässerte Böden, Starkregen und längere Trockenphasen stellten selbst diese niederschlagsreiche Region vor neue Herausforderungen.

Anschließend erläuterte Georg Ott, Moorbodenberater am AELF Kempten, die Bedeutung der Moore im Allgäu und stellte die öffentliche Förderstruktur vor. Moore entstehen über sehr lange Zeiträume. Ihre Torfschicht wächst im Durchschnitt nur etwa einen Millimeter pro Jahr. Werden Moorböden entwässert, wird Torf zersetzt und gespeicherter Kohlenstoff freigesetzt. Ott stellte verschiedene Möglichkeiten vor, wie nasse Moorflächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können. Dazu zählen Streuwiesen, extensive Mahd, Beweidung und sogenannte Paludikulturen, also die landwirtschaftliche Nutzung nasser Moorböden. „Entscheidend sind wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die Betriebe“, betonte Ott.
Anpassung an ein verändertes Klima
Thorsten Metke vom Landratsamt Oberallgäu stellte das Klimawandelanpassungskonzept des Landkreises vor. Es umfasst 13 übergeordnete Maßnahmen und 43 Teilmaßnahmen. Im Mittelpunkt stehen regional passende Lösungen und die Beteiligung der Bevölkerung.
Renaturierung im Tiefenberger Moor
Leonie Schäfer und Maria Schweizer vom Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten stellten gemeinsam mit Landschaftspfleger Simon Mühlegg das Renaturierungsprojekt im Tiefenberger Moor vor. Der Verband koordiniert die Maßnahmen mit Eigentümern und Bewirtschaftern und begleitet deren Umsetzung und Finanzierung. Das Projekt zeigt, dass Wiedervernässung langfristige Pflege und passgenaue Lösungen für die betroffenen Flächen braucht.
Gewässerschutz an der Konstanzer Ach
An der Konstanzer Ach erläuterte Gewässerschutzberaterin Theresa Buhl vom AELF Kempten den Zusammenhang zwischen Entwässerung, Landwirtschaft und Gewässerqualität. Die Renaturierung soll den Wasserabfluss verlangsamen, Lebensräume aufwerten und Nährstoffeinträge in den Großen Alpsee verringern. „Gewässerschutz beginnt nicht erst am Ufer des Großen Alpsees, sondern im gesamten Einzugsgebiet“, betonte Buhl.
Zusammenarbeit als Schlüssel
Die Exkursion machte deutlich, dass Moorboden-, Gewässer- und Hochwasserschutz nur gemeinsam mit der Landwirtschaft gelingen. Entscheidend sind passende Förderinstrumente und die Zusammenarbeit über Fach- und Landesgrenzen hinweg.



