Kälberaufzuchtwettbewerb
Wie ein Kalb Vertrauen lernt
Wer im Allgäu Milch erzeugen möchte, muss früh lernen, Verantwortung zu übernehmen. Wieviel Fachwissen, Geduld und Einfühlungsvermögen dafür nötig sind, zeigten 24 angehende Landwirtinnen und Landwirte beim Kälberaufzuchtwettbewerb 2026 des Amt für Landwirtschaft (AELF) Kempten.

Über einen Zeitraum von rund vier Monaten begleiteten die Auszubildenden jeweils ein Kalb auf ihrem Lehrbetrieb von der Geburt bis zum Absetzen. Dabei dokumentierten sie die Entwicklung ihres Tieres und beschäftigten sich intensiv mit allen Bereichen der Aufzucht. Von der Erstversorgung nach der Geburt über Fütterung und Gewichtsentwicklung bis hin zu Kostenberechnungen und Fragen der Tiergesundheit mussten zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden.
Besonders wichtig ist dabei die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Durch regelmäßiges Training lernen die Kälber beispielsweise, sich am Halfter führen zu lassen und ihrem Betreuer vertrauensvoll zu folgen. Das erfordert Geduld und einen ruhigen Umgang mit den Tieren.
„Die ersten Plätze lagen sehr eng beieinander“, sagte Elena Mayer vom AELF Kempten. Sie sei besonders beeindruckt gewesen, „mit wie viel Mühe und Engagement die Auszubildenden ihre Kälber über die vergangenen Monate begleitet haben“.
Auch die drei Erstplatzierten waren sich einig: Der Wettbewerb habe ihnen vor allem deshalb so viel Spaß gemacht, weil sie direkt mit den Tieren arbeiten konnten. Es sei besonders schön gewesen, die Entwicklung der Kälber über die Monate zu beobachten und die eigenen Fortschritte zu sehen. „Es macht einfach Freude, mit einem zahmen Kalb immer weiterzuarbeiten“, beschrieben sie ihre Erfahrungen.

Voraussetzung für die Prüfung
Der Kälberaufzuchtwettbewerb ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Berufsausbildung im Allgäu. Er vermittelt praxisnah, worauf es in der modernen Rinderhaltung ankommt: Tierwohl, Verantwortungsbewusstsein und fundiertes Fachwissen.
Informationen zur Ausbildung zum Landwirt





