Waldschultage
Waldabenteuer mit Mooswutzel und Waldwuffel
von Eva Herz

„Das piekst ein bisschen, aber eigentlich fühlt es sich weich an“, stellt eines der Kinder überrascht fest. Vorsichtig setzt es einen nackten Fuß vor den anderen. Die Augen sind verbunden, eine Hand hält sich an einem zwischen den Bäumen gespannten Seil fest. Unter den Sohlen wechseln sich Laub, Nadeln, Erde und Steine ab. Beim Barfußpfad ist volle Konzentration gefragt. Gleichzeitig erleben die Drittklässler, wie unterschiedlich sich der Wald anfühlen kann.

Eine Mission für die Waldwesen

Begleitet wurden die Kinder von Mooswutzel, Waldwuffel und Waldzauberer Waldemar. Die drei Waldwesen stellten die Schulkinder vor verschiedene Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden konnten. Für jede bestandene Herausforderung gab es Waldtaler. Am Ende konnten die Schüler ihre gesammelten Taler gegen einen geschnitzten Holzigel eintauschen, der als gemeinsame Trophäe mit in die Schule genommen wurde.
„Wir wollen den Kindern keine fertigen Antworten vorsetzen“, erklärt Moritz Teufel, Forstlicher Bildungsbeauftragter am AELF Kempten. „Sie sollen selbst entdecken, ausprobieren und gemeinsam Lösungen finden. So bleibt nicht nur Wissen hängen, sondern auch ein positives Erlebnis, das sie mit dem Wald verbinden.“

Gemeinsam wächst das Blockhaus

An der nächsten Station warteten nummerierte Holzstämme auf die Klasse. Daraus sollte ein vollständiges Blockhaus entstehen. Die Kinder berieten sich, sortierten die Stämme, probierten verschiedene Möglichkeiten aus und halfen einander beim Tragen. Nach und nach wuchsen die Wände in die Höhe. „Am Anfang wussten wir gar nicht, welcher Stamm wohin gehört“, erzählt eines der Kinder. „Aber zusammen haben wir es geschafft.“ Genau solche Erfahrungen sind ein wichtiger Bestandteil der Waldschultage. „Die Kinder übernehmen Verantwortung, stimmen sich in der Gruppe ab und gehen Probleme Schritt für Schritt an“, betont Teufel. „Damit fördern wir Fähigkeiten, die auch über den Vormittag im Wald hinaus wichtig sind.“
Auch beim Brennholzschlichten kam es auf Zusammenarbeit an. Die Klasse wurde in zwei Gruppen geteilt. Jeweils rund 70 Holzscheite mussten möglichst schnell und ordentlich von einem Stapel zu einem neuen Holzstoß umgeschichtet werden. Nicht nur die benötigte Zeit entschied, sondern auch die Stabilität und das Erscheinungsbild der fertigen Holzbeige.
„Die Kinder bringen häufig schon erstaunlich viel Wissen mit“, sagt Maximilian Bach vom Forstrevier Sonthofen-Hindelang. „Wir greifen ihre Neugier auf und zeigen ihnen, dass der Wald nicht nur aus Bäumen besteht. Er ist ein vielfältiger Lebensraum, in dem alles miteinander zusammenhängt.“
So lernten die Schüler beispielsweise, dass Eichhörnchen mit ihren vergessenen Vorräten zur Verbreitung von Bäumen beitragen, der Fuchs ein erfolgreicher Mäusejäger ist und Auerhühner im Winter besonders empfindlich auf Störungen reagieren. Auf den Wegen zu bleiben, keinen Müll zu hinterlassen und Wildtiere möglichst wenig zu beunruhigen, gehörte ebenfalls zu den Themen.

Lernen außerhalb des Klassenzimmers
Auch Sonthofens Dritter Bürgermeister Thomas Jortzig begleitete eine der Klassen für rund eine Stunde. Er informierte sich über das Konzept und erlebte mit, wie die Kinder gemeinsam die Aufgaben im Wald lösten.
„Die Waldschultage zeigen, wie anschaulich Lernen außerhalb des Klassenzimmers sein kann“, sagt Jortzig. „Die Kinder erleben den Wald unmittelbar, arbeiten als Gruppe zusammen und entwickeln ein Gespür dafür, warum dieser Lebensraum geschützt und verantwortungsvoll genutzt werden muss.“

Zum Abschluss legte jedes Kind einen Stock als Sonnenstrahl an eine gemeinsame Waldsonne. Dabei erzählten die Schüler, was sie gelernt hatten und welche Station ihnen besonders gefallen hatte. Dann wanderte der geschnitzte Holzigel in die Schule. Und mit ihm viele Eindrücke von einem Vormittag, an dem der Wald nicht nur Lernort war, sondern selbst zum Erlebnis wurde.

Ansprechpartner

Maximilian Bach
AELF Kempten (Allgäu)
Imberger Straße 19
87527 Sonthofen
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Mobil: +49 174 3018505
Fax: +49 831 52613-1444
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